Grußwort zur 24. Erfurter Psychotherapiewoche
vom 10. bis 14. September 2016

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die Abspaltung oder Verdrängung von Aspekten unserer Vergangenheit ist Bestandteil unserer menschlichen Natur und insofern für den Psychotherapeuten alltäglich erfahrbar.
Der bekannte Satz von Santayana: “Those who cannot remember the past are condemned to repeat it1“ weist auf das nicht klug werden aus Erfahrungen hin, eine der Folgen persönlicher oder kollektiver Geschichtsvergessenheit.
Aber wir kennen auch die Geschichtsversessenheit, von Nietzsche einst „historisches Fieber” genannt. Auch sie begleitet unser Leben als persönliches wie gesellschaftliches Phänomen. Mitunter identifizieren wir bei unseren Patienten die Geschichtsversessenheit als Symptom einer besonderen Schwierigkeit, die eigene Geschichte ins gegenwärtige Leben zu integrieren. Letzteres mag bei Patienten im Laufe der Behandlung gelingen, im Falle unserer jüngeren deutschen Geschichte ist es vielleicht gar nicht möglich.

Das Leitthema der Erfurter Psychotherapiewoche 2016

Geschichtsversessenheit und Geschichtsvergessenheit -
der Umgang mit dem Vergangenen in Psychotherapie und Gesellschaft

bildet den Rahmen für die Annäherung an diese Fragen.

Es wird den morgendlichen Plenarveranstaltungen und dem Abendvortrag den für die Erfurter Psychotherapiewoche typischen interdisziplinären und gesellschaftsbezogenen Akzent verleihen.

Wir freuen uns auf anregende Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Berufen und methodischen Orientierungen.

Wir hoffen, dass die angebotenen methodisch-fachbezogenen Seminare und Kurse auch in diesem Jahr die Bedürfnisse von Ärzten, Psychologen und klinisch tätigen Therapeuten nach Fortbildung wie nach Weiterbildung treffen. Für die in der Grundversorgung Tätigen sowie für die in der Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung Psychotherapie und die Psycho-Facharztdisziplinen befindlichen Ärzte eignet sich eine reiche Palette von Angeboten.
Wie immer ergänzen spezielle Kurse für therapeutisch und kotherapeutisch tätige Mitarbeiter der Krankenpflege und für Musik-, Bewegungs- und Gestaltungs-, Ergo- und Körpertherapeuten sowie Sozialpädagogen das Programm.

Wir laden Sie herzlich ein, die unverwechselbare Atmosphäre dieser Tage im einmaligen kulturhistorischen Zentrum Erfurts mit vielfältigen kulturellen Höhepunkten zu erleben und freuen uns auf ihre Teilnahme.

Prof. Dr. Michael Geyer
für die wissenschaftliche und organisatorische Leitung

1 „Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen“

Besucher:
714935

Organisationsbüro der EPW
Fischmarkt 5
99084 Erfurt
 
Organisatorische Leitung:
Christian Geyer (MBA), Erfurt
 
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